Darf ich aus Angst zu Hause bleiben?

Darf ich aus Angst zu Hau­se blei­ben?
Coro­na­vi­rus: Ant­wor­ten auf die vier wich­tigs­ten arbeits­recht­li­chen Fra­gen

Das Coro­na­vi­rus löst welt­weit Ängs­te aus. Bescheid wis­sen soll­te man auch über die ent­spre­chen­den arbeits­recht­li­chen Kon­se­quen­zen.
Foto: djd/Roland Rechts­schutz-Ver­si­che­rungs-AG/s­hin­tar­tanya – stock.adobe.com

(djd). Die Angst vor dem Coro­na­vi­rus greift auf der gan­zen Welt um sich, längst ist es auch in Deutsch­land ange­kom­men. Das Pro­blem hat vie­le Facet­ten, hier sind Ant­wor­ten auf die vier wich­tigs­ten arbeits­recht­li­chen Fra­gen:

Was sagt das Arbeits­recht?

“Grund­sätz­lich gilt: Die Angst vor einer mög­li­chen Anste­ckung ist kein Grund, vom Arbeits­platz fern zu blei­ben”, erklärt Frank Prei­del von der Han­no­ve­ra­ner Kanz­lei Prei­del und Bur­mes­ter, Part­ner­an­walt von Roland Rechts­schutz. Ent­we­der man sei gesund, dann müs­se man sei­ne Arbeit erfül­len. Oder man sei krank, dann wür­den die all­ge­mei­nen Vor­schrif­ten im Krank­heits­fall gel­ten. Per­so­nen, die sich krank­mel­den, haben grund­sätz­lich einen Rechts­an­spruch auf Lohn­fort­zah­lung für sechs Wochen. Spä­tes­tens nach drei Tagen muss dem Arbeit­ge­ber ein Attest vor­lie­gen. Dabei muss die­ser nicht über die genaue Erkran­kung infor­miert wer­den. “Aller­dings muss man eine Coro­na-Erkran­kung unver­züg­lich dem Gesund­heits­amt mel­den, das dann Maß­nah­men gegen eine wei­te­re Aus­brei­tung ein­lei­tet. Dazu zählt auch, dass der Arbeit­ge­ber infor­miert wird, um die übri­ge Beleg­schaft zu schüt­zen”, so Prei­del.

Was gilt bei einer Qua­ran­tä­ne?

Ob Per­so­nen im Kran­ken­haus oder zu Hau­se iso­liert wer­den, ent­schei­det das Gesund­heits­amt. “Betrof­fe­ne müs­sen einer sol­chen Anwei­sung Fol­ge leis­ten. Ansons­ten kann die Anord­nung auch gericht­lich voll­streckt wer­den”, betont Frank Prei­del. Gesun­de Per­so­nen, die sich in Qua­ran­tä­ne befin­den und ihre Arbeits­mit­tel dabei haben, sind dazu ver­pflich­tet, der Arbeit nach­zu­kom­men. Erkrank­te Per­so­nen in Qua­ran­tä­ne erhal­ten wie in jedem ande­ren Krank­heits­fall eine Lohn­fort­zah­lung und nach einer sechs­wö­chi­gen Erkran­kung Kran­ken­geld.

Wel­che Rech­te und Pflich­ten hat der Arbeit­ge­ber?

Arbeit­ge­ber müs­sen Erkran­kungs­ri­si­ken im Betrieb mög­lichst mini­mie­ren – indem sie etwa Des­in­fek­ti­ons­mit­tel bereit­stel­len. “Zudem dür­fen Arbeit­ge­ber Hygie­ne­maß­nah­men für die Beleg­schaft wie das Tra­gen von Atem­schutz­mas­ken anord­nen”, so Prei­del. Soll­te das Gesund­heits­amt anord­nen, einen Betrieb vor­über­ge­hend zu schlie­ßen, kön­nen Arbeit­neh­mer einen Anspruch auf Lohn­fort­zah­lung gel­tend machen.

Was gilt bei Home­of­fice und Kin­der­be­treu­ung?

Ob ein Mit­ar­bei­ter im Home­of­fice arbei­ten darf, hängt vom Arbeits­ver­trag und den kon­kre­ten Betriebs­ver­ein­ba­run­gen ab. “Wenn Schu­len und Kin­der­gär­ten geschlos­sen wer­den, dür­fen Eltern im Not­fall für die Kin­der­be­treu­ung zu Hau­se blei­ben und bekom­men wei­ter­hin ihr Gehalt aus­ge­zahlt, wenn sie kei­ne ande­re Betreu­ungs­mög­lich­keit haben”, so Prei­del. In solch einem Fall soll­te man aber mög­lichst eine gemein­sa­me Lösung mit dem Arbeit­ge­ber fin­den.

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