Viele Fragen offen

Vie­le Fra­gen offen
Tho­mas Cook und Co.: Geht ein Rei­se­ver­an­stal­ter plei­te, ist guter Rat wich­tig

Wenn es plötz­lich nicht mehr wei­ter­geht: Wer von einer Plei­te sei­nes Rei­se­ver­an­stal­ters betrof­fen ist, soll­te sich über sei­ne Rech­te gut infor­mie­ren.
Foto: djd/Itzehoer Ver­si­che­run­gen

(djd). Die­se Mel­dung sorg­te im Sep­tem­ber 2019 für Schlag­zei­len: Tho­mas Cook, der bri­ti­sche Rei­se­ver­an­stal­ter, ist plei­te. In der Fol­ge stell­te auch die deut­sche Toch­ter Tho­mas Cook GmbH für sich und zwei ihrer Toch­ter­ge­sell­schaf­ten Anträ­ge auf Eröff­nung eines Insol­venz­ver­fah­rens. Hun­der­te Beschäf­tig­te ver­lo­ren von einem auf den ande­ren Tag ihren Job, zumin­dest eini­ge Unter­neh­mens­tei­le konn­ten ver­kauft wer­den. Zudem waren die Infor­ma­tio­nen für betrof­fe­ne Rei­sen­de zunächst sehr dürf­tig. Wie ist aktu­ell der Stand der Din­ge?

Pau­schal­rei­sen­de sol­len kom­plet­ten Scha­den ersetzt bekom­men

“Grund­sätz­lich müs­sen Rei­se­ver­an­stal­ter die Gel­der von Pau­schal­rei­sen­den gegen eine Insol­venz ver­si­chern, der Kun­de erhält einen soge­nann­ten Rei­se­si­che­rungs­schein”, erklärt Thiess Johanns­sen von den Itze­ho­er Ver­si­che­run­gen. Damit habe der Kun­de im Insol­venz­fall des Rei­se­ver­an­stal­ters einen Anspruch auf Erstat­tung sei­nes Rei­se­prei­ses. Im kon­kre­ten Fall Tho­mas Cook waren durch den bestehen­den Ver­si­che­rungs­schutz Anzah­lun­gen auf den Rei­se­preis bis zu einer Gesamt­sum­me von 110 Mil­lio­nen Euro ver­si­chert. Über­stei­gen die ange­mel­de­ten Ansprü­che ins­ge­samt die­se Sum­me, bekom­men die Kun­den antei­lig eine Ent­schä­di­gung. Bei Tho­mas Cook ist dies ein­deu­tig der Fall. “Bis Ende Janu­ar 2020 hat­ten 220.000 Betrof­fe­ne ihre Ansprü­che ange­mel­det, sie kön­nen nach der­zei­ti­gem Stand mit einer Ent­schä­di­gungs­quo­te von gera­de ein­mal 17,5 Pro­zent rech­nen”, erklärt Ver­si­che­rungs­ex­per­te Johanns­sen. Bereits im Dezem­ber 2019 hat die Bun­des­re­gie­rung jedoch ange­kün­digt, den Pau­schal­rei­sen­den die Dif­fe­renz zu zah­len. “Details dazu ste­hen der­zeit aller­dings noch nicht fest”, betont Johanns­sen.

Betrof­fe­ne soll­ten sich gut infor­mie­ren

Vie­le Fra­gen sind also noch offen. Des­halb soll­ten sich in einem Fall wie der Tho­mas-Cook-Plei­te Betrof­fe­ne gut infor­mie­ren, wel­che recht­li­chen Mög­lich­kei­ten für sie bestehen. Rechts­schutz­ver­si­cher­te der Itze­ho­er Ver­si­che­run­gen etwa kön­nen sich bei der Tele­fon­hot­line “Rechts­an­wäl­te am Tele­fon” zum Kom­plex “Rei­sen” kun­dig machen. Bei einem sol­chen Fall wie Tho­mas Cook kom­men unab­hän­gi­ge und kom­pe­ten­te Anwäl­te zum Zuge. “Sie ken­nen sich im inter­na­tio­na­len Rei­se­recht aus und kön­nen pra­xis­na­he Rat­schlä­ge zum Vor­ge­hen ertei­len, auch und gera­de, damit der Kun­den vor Ort auf die miss­li­che Situa­ti­on ange­mes­sen reagie­ren und sei­ne Rei­se damit viel­leicht doch noch ret­ten kann”, so Thiess Johanns­sen.